Über den Autor

Foto: Tyler Larkin

Kennt ihr das auch? Dieses allgegenwärtige Gefühl, Tausend Dinge tun zu wollen – und zu müssen, und dafür viel zu wenig Zeit zu haben. Dieser Wunsch, so viel wie möglich aus der Zeit herauszuholen, und trotzdem genügend Raum fürs Nichtstun zu haben, für Muße. Ich bin sicher, dass es nicht nur mir so geht, sondern dass diese ständig empfundene Zeitknappheit ein sehr verbreitetes Lebensgefühl unserer Zeit ist.

Ich möchte verstehen, warum das so ist. Deswegen habe ich mich in meinem Soziologie-Studium an der Universität Bielefeld und an der Paris-Lodron-Universität Salzburg, mit den Schwerpunkten Arbeitssoziologie und Mediensoziologie, intensiv damit beschäftigt, wie sich unsere Gesellschaft zu der Beschleunigungsgesellschaft entwickelt hat, die sie heute ist. Warum wir Menschen dieses Beschleunigungsspiel überhaupt mitspielen, und mehr, und noch mehr in noch kürzerer Zeit erreichen, erleben und erledigen wollen. Und warum uns das krank machen kann.

Im Jahr 2015 habe ich meine Masterarbeit genau darüber geschrieben, Beschleunigung als Strategie und Problem der Lebensführung. Anschließend habe ich als Volontär und Redakteur für die Neue Westfälische gearbeitet, in einer Branche also, deren Geschäft die ständige und schnelle Informationsverbreitung ist und die selbst unter gehörigem Zeitdruck arbeitet. Da musste ich raus. Nun schreibe ich hier und arbeite als freier Journalist für verschiedene Medien.